Mittwoch, 15. Januar 2020

Geplaudert mit Kiki Seiler - Das Interview aus dem Jan/Feb Veranstaltungskalender

Seit 1991 ist Kiki Seiler fester Bestandteil des Riehener Kunstlebens. Die umtriebige Kunsthistorikerin arbeitete in der Kunstvermittlung der Fondation Beyeler, ist Mitglied der Kommission für Bildende Kunst der Gemeinde Riehen und Kulturbeauftragte für die Alexander Clavel Stiftung. Daneben hat sie als engagierte Kennerin der Kunstszene etliche Ausstellungen kuratiert und den Kunst Preis Riehen initiiert.

 

Sie haben bis dato über 70 Ausstellungen in Riehen realisiert,  also bis zu drei pro Jahr. Das ist eine eindrückliche
Zahl. Wenn Sie drei Highlights herauspicken müssten, welche wären dies?
Es gab so viele tolle Ausstellungen. Aber ich möchte drei hervorheben, die für mich besonders unvergesslich oder richtungsgebend waren: 1998: Kurt Fahrner (im Kunst Raum und in der Dorfkirche), 2010: Fashionable Art – Mode in der Kunst, und 2018: 20 Jahre Kunst Raum Riehen – Die Jubiläumsausstellung mit 20 Künstler*innen, die im Kunst Raum ausgestellt und sich einen Namen in der internationalen Kunstszene gemacht haben.

 

Auch die Kunstbranche hat sich gewandelt. Wie stehen Sie Veränderungen gegenüber?
Ich bin in meiner Funktion als Kulturbeauftragte der Alexander Clavel Stiftung viel in der Kunstszene unterwegs, informiere mich über neue Strömungen und treffe Künstler*innen in ihren Ateliers. Die Formate und Arbeitsformen haben sich verändert, es wird grösser, performativer, multipotenter gearbeitet. Die Werke sind spannend, die Qualität sehr hoch – aber auch die Ausgaben sind oftmals um ein vielfaches höher, was die Künstler*innen vor neue Herausforderungen stellt.

 

Kunstförderung scheint Ihnen ebenso wichtig zu sein wie die Kunst selbst. Das haben Sie auch im Zusammenhang mit der Regionale1 und dem Kunst Preis Riehen deutlich gemacht, der nun zum 5. Mal – dieses Jahr an Selina Baumann – vergeben wurde.
Früher gab es mehr wichtige Kunstpreise, viele sind in den letzten Jahren verschwunden und haben ein Vakuum entstehen lassen. Während einem der ersten Patronats-Anlässe machte ich mich darum auf die Suche nach möglichen Gönnern und fragte das Patronatsmitglied Samuel Schultze von Burckhardt & Partner, wen man in dieser Runde für die Stiftung eines Preises wohl anfragen könnte. Samuel antwortete: «Mich.», und einen Handschlag später war der Kunst Preis Riehen, dotiert mit CHF 6000 geboren. Mit dem Preis ist Riehen auch innerhalb der Regionale noch attraktiver geworden – als Referenz, aber auch im Hinblick auf die so wichtige handfeste Förderung.

 

Nach dem Blick zurück, der Blick nach vorne: Was wünschen Sie sich für den Kunst Raum Riehen in Zukunft?
Die Ausstrahlung des Kunst Raum Riehen reicht mittlerweile bis ganz Europa. Ich finde es wichtig, dass der Kunst Raum Riehen dieses hohe Niveau auch in kommenden Jahren hält und lokale Kunst im guten Mix mit internationalem Schaffen gezeigt wird. Autonomie und Souveränität sind gerade in Nachbarschaft mit der wachsenden Fondation Beyeler wichtig für die Attraktivität des Standorts – hierfür werde ich mich weiterhin einsetzen.

 

Was macht Kiki Seiler privat, gibt es das überhaupt?

Die Kunst hat auch in meinem Privatleben einen hohen Stellenwert, darum bin ich sehr viel unterwegs. Daneben widme ich mich meiner Familie, speziell meinen zwei Enkelkindern. Das hält ebenso jung, wie die Kunst … und zum Glück brauche ich nicht so viel Schlaf (lacht).

 

In der Reihe «Geplaudert mit ...» spricht das Kulturbüro mit Personen, die hinter den Kulissen der Riehener Kultur- und Freizeitangebote wirken.

 

 

Wir wünschen Ihnen inspirierende Kulturerlebnisse in Riehen.

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